Ein Sonntag. für viele von uns ein Raceday, für mich wie schon seit vielen Wochen ein Belastungs-test mit Marco, dem
sich heute Paul anschloß und somit liefen wir als "Die Drei von der Tankstelle", "Die Drei Musketiere" oder einfach nur "Ein flotter Dreier".
Wie flott wir, insbesondere ich, sein würden, ließ sich nach meiner Radbelastungswoche (700km) und meinem obligatorischen Nachtdienst vom Freitag, dem ich
natürlich keinen Schlaf folgen ließ, somit fehlte mir ein ganzer Schlafrhythmus, schwer vorraussagen, zudem waren heute Marcos Wetterbedingungen, trocken und heiß.
Paul war schwer einzuschätzen, da er wie einer Sphynx ähnlich, keinerlei Schwächen signalisiert, und immer wie frisch aus dem Ei gepellt am Schwellenbereich herum experimentiert, wie Marco und
ich diese Woche bei einigen unserer Radausfahrten zu spüren bekamen (Respekt), es konnte also spannend werden, wie gesagt Sonntag ist Raceday.
Zum Abschluß unserer Vorbereitung auf den Ironman in Lanzarote, an dem Marco und Paul teilnehmen werden, stand wieder einer unserer geliebten langen Dauerläufe mit Tempointervallen auf dem
Programm.
Diese Einheiten gehörten zu unseren letzten zehn Wochenenden, wie für andere das an jedem Wochenende anstehende Straßenkehren, wer es nicht glauben mag, soll einmal am Samstag Nachmittag
über die Dörfer fahren und die zählen, die es für immens wichtig halten die Straße zu kehren.
Nüchtern erklärt wollten wir 3x5km im angestrebten
4:00min Tempo mit je drei Kilometer ein- bzw. auslaufen und je zwei Kilometer Pause zwischen den 5km Abschnitten laufen, insgesamt 25km, also rund 5-8km kürzer als die vorherigen Sonntagsläufe,
man merkt, daß der Wettkampftermin näher rückt und die Regeneration mit berücksichtigt wird.
Der erste Kilometer war in herrlichen 4:58min, wußte gar nicht mehr wie sich dieses Tempo anfühlt, wenn Marco an meiner Seite oder vor mir herläuft. Die
nächsten liefen wir in 4:20min, also wie gewöhnlich, so spürt man den Einstieg in den ersten Tempoabschnitt nicht so stark, will sagen der Muskel erschrickt sich nicht.
Meine Beine würden sich nach diesem Montag eh durch nichts mehr erschrecken lassen. Von Paul war nichts zu hören, zu sehen auch nicht, wie gesagt eine Sphynx.
Manfred, unsere treue Begleitung auf dem Rad, ließ sein spärliches Kommando "Let´s go" ertönen und schon erhöhten wir die Schlagzahl, bis uns Manfred
signalisierte, daß unser Tempo der angestrebten Zeit entspräche und wir uns im Soll befinden würden. Das erste 5km Tempointervall geht ausschließlich bergan, vor allem am neuen
Aschaffenburger Wasserwerk ist die Steigung deutlich in den Beinen zu spüren, vor allem wenn einem wie mir nach so einer Woche die eine oder andere Speiche seines Vorderrades im Oberschenkel
steckt.
Trotzdem gelang es uns, zusätzlich zu der Verbindung "Langer Lauf" und "Tempointervalle" meine Lieblingsvariante, die der Progression mit zu integrieren. Folgende Kilometerabschnitte liefen
wir in 4:03-4:02-3:55-3:49-3:48min, ein perfektes Tempointervall. Paul war wie eine Sphynx, lautlos, ich fühlte mich noch sehr gut und Marco hatte, glaube ich, noch nicht einmal
eine Pulserhöhung auf seiner Polaruhr zu vermerken gehabt.
Nachher gehts weiter, jetzt ist erst einmal Muttertag.
So weiter gehts. Die Pause von 2km gönnten wir uns in 4:30min/km. Danach folgten die zweiten schnellen 5km die uns in 4:00-3:58-3:50-3:46-3:44min in bester Progression gelangen. Paul versuchte
seinen Sphynxhabitus bei zu behalten, was ihn durch einen etwas früheren Wendepunkt perfekt gelang.
Das der letzte schnelle Kilometer am alten Kieswerk beim Niedernberger See mit einer Steigung versehen ist, signalisierten mir meine Beine, spätestens während unserer zweiten 2km
Pause die mit 4:35min/km nur geringfügig lansamer verlief als die erste, wie hart der letzte Tempoabschnitt werden würde, und sie sollten Recht behalten.
Den ersten schnellen Kilometer unseres dritten Belastungsabschnitts geriet gleich mal mit 3:50min viel zu schnell für mich und ich lies schnell ein bis zwei Meter Abstand zwischen Marco und mir,
Paul hielt sich bedeckt im Hintergrund.
Aus den wenigen Metern wuchsen nach nur drei Kilometer rasch ein Abstand von 100m, wobei meine nächsten Kilometer mit 3:55min und 3:50min ziemlich konstant geblieben sind. Marco lief jeden
Kilometer 5sek schneller, also 3:45 min bzw. 3:40min.
Auf den beiden letzten Kilometern mit leichtem Anstieg zum Nilkheimer Tennisclub schaffte Marco nochmal seine Splits auf 3:35min bzw. 3.30min zu drücken, also komplett außer Sichtweite.
Lanzarote, er wird kommen. Ich hielt mich bei meinen letzten 2km tapfer auf knapp unter 3:50min/km und war total breit als ich auf Marco traf, der schon wieder völlig regeneriert zum
Fotoshooting bereit stand.
Paul hielt tapfer unsere Vorgabe von 4:00min/km bei und kam lautlos, wie aus dem Nichts, Sphynxs like und somit natürlich auch aufs Foto. Auch für ihn gilt das Motto,
Lanzarote und alle Pros der Welt, ich komme.
Hier ein kleiner Beweis meines Mottos "No Body - No Pain - No Limit".
Übrigens gibts hevorragende Neuerungen auf unserer Vereinshomepage http://www.triathlon.sskc.de/index.php?option=com_frontpage&Itemid=1, die von Paul eigerichtet und gestylt ist. Tolle
Bilder, auch von diesem Lauf und interessante Berichte anderer Sportler.
Keep on looking.
von hubertuswiedermann
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Vor nun mehr 20 Jahren began ich als absoluter Bewegungsmuffel, angespornt durch meinen damals 65 jährigen Schwiegervater, der alljährlich sämtliche
Ultras in Deutschland und den Nachbarländern absolvierte, mich für einen Marathon vorzubereiten. Diesen beendete ich in 4:11h, glücklich aber doch ziemlich lädiert und hatte mir vorgenommen,
nie mehr einen Lauf zu bestreiten.
Wie konsequent ich gewesen bin, bezeugen mir meine Sammelordner, in denen ich meine Urkunden aufbewahre. Ist daraus eine Sucht geworden, eine Abhängigkeit, ein regelrechtes Muß in unserer
leistungsorientierten Gesellschaft.
Die Frage kann man als Sportler selbst schwer beantworten, da man nicht objektiv genug an die Sache herantritt. Wenn ich meine Familie und mein näheres Umfeld befrage, bestätigen sie mir ein
absolutes Verlangen nach Bewegung, eine immer bestehende Unruhe, ein Gefühl, irgendetwas zu verpassen, wenn ich meine täglichen Trainingseinheiten vernachlässige.
Ich muß ihren Einschätzungen zustimmen, auch wenn mir die Wortwahl Sucht etwas zu negativ bekleidet ist. Es ist vielmehr das unbändige Verlangen, meinen Körper zu spüren, meinen Geist
wahrzunehmen, meine Erinnerungen wach zu rufen und mich in Einklang mit der Natur zu bringen.
Dies geling mir am besten bei meinen sportlichen Aktivitäten, zuerst nur läuferisch und seit einem Jahr im Triathlonbereich. Dies ist und bleibt für mich die einfachste und effektivste
Art, meinen psychischen Belastungen, die mein berufliches Umfeld als leitender Krankenpfleger mit sich bringt, einen Ausgleich gegenüber zu stellen, Kraft zu tanken und die Seele
zu reiningen.
Ob ich gesünder lebe oder meinem Leben durch meine täglichen Trainingseinheiten eine zusätzliche Belastung zumute, kann ich nicht beantworten. Ich weiß aber, daß ich mir ein Leben ohne
meinen Sport nicht mehr vorstellen kann, es ist auf eine ganz persönliche Art wertvoller und einzigartiger geworden. Alle Menschen, die ich durch meine Lebensphilosophie angespornt habe,
diese Art der Bewegung zu versuchen, waren mir bisher sehr dankbar, konnten sie doch in kurzer Zeit das von mir oben beschriebene Glücksgefühl erleben und verinnerlichen.
Allen ein schönes Pfingstfest und das jeder durch seine Möglichkeiten sein Glücksgefühl erlangt.
von hubertuswiedermann
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Hochdruckgebiet Marco beschert uns diesen wunderschönen Reigen sommerlicher Maitage, welche sogar die Maikäfer zum fliegen bringt. Gestern während meines
Nachtdienstes war ich permanent beschäftigt, diesen possierlichen Krabbeltieren wieder auf die Füße zu verhelfen, da diese die Angewohn haben, auf dem Rücken zu landen und hilflos alle
sechs Beine von sich zu strecken.
Heute morgen, nachdem mein Dienst zu Ende war, bin ich mit meiner Frau auf den Aschaffenburger Wochenmarkt gegangen,
um unserem Verlangen nach gesunden Kartoffeln und Äpfeln nachzukommen, getreu dem Motto, "One apple a day keeps the doctor away".
Nachdem ich mich etwas regeneriert hatte, nahm ich mein Rad und fuhr mir meine Beine locker, so war wenigsten meine Absicht. Doch heute wehte so ein
unglaublicher Wind, was mich stellenweise dazu veranlasste, selbst im flachen aus dem Sattel zu gehen, um wenigstens einigermaßen vorwärts zu kommen.
Nachdem ich mich bis Kirchzell durchgekämpft hatte, kam endlich die lang ersehnte Belohnung in Form eines dauerhaften Rückenwindes und alle mir entgegenkommenden Radfahrer
mögen mir mein breites und sichtlich entspanntes Grinsen, das sich weithin sichbar auf meinem Gesicht abzeichnete, verzeihen.
Zum Finale, nachdem ich mit meiner Frau unseren Balkon Sommerfertig gemacht habe, die Bilder werden nachgereicht, schwamm ich noch 1km am Stück im doch abends schon recht kalten Wasser
unseres Freibads.
Having always fun.
von hubertuswiedermann
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Meine Bikemax Woche entwickelt sich dank dem guten Wetter immer besser. Heute hatten meine Beine endlich wieder das getan, was ich von ihnen verlange, nähmlich
zu arbeiten ohne gleich zu protestieren. Zusammen mit meinem "Flügelmann", wer den Film Top Gun k
ennt weiß wen ich meine, fuhren wir nach Kirchzell mit mehr oder minder guten Windverhältnissen, beabsichtigt man seine Wäsche auf dem Lenkervorbau zu trocknen. Da
ich so etwas nicht besitze, blieb mir nichts anderes übrig als zu strampeln, daß die Kilometer auf den Tacho zusammen kamen.
Nach vier Stunden waren wir wieder daheim und ich hielt einen wohl verdienten Mittagsschlaf.
Zum Nachmittagsprogramm gab es heute noch 12km lockeres Lauftraining, welches ich vom Stadtbad aus nach Niedernberg absolvierte.
Danach schwamm ich noch 1000m am Stück im kühlen Nass, man gönnt sich ja sonst nichts.
That´s enough, see you tomorrow.
von hubertuswiedermann
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Metastase, aus dem griechischen bedeutet Veränderung oder Wanderung. Beides auf den ersten Blick relativ harmlose Dinge, doch im speziellen kann es für die
betreffenden Personen ein Keulenschlag bedeuten, von dem man sich so leicht nicht erholt.
So geschehen heute bei meiner Frau, als sie routinemäßig bei ihrem Internisten einen Termin wahrnahm, um zwischen den einzelnen Chemozyklen ihre Blutwerte testen zu lassen. Eine unklare
derbe Schwellung unterhalb der linken Achsel an der Oberarminnenseite ließen allen Spekulationen freien
Lauf und bei meiner Frau waren alle Alarmsignale angesprungen.
Abklärung hatte oberste Priorität und so erhielt ich den Anruf meiner Frau übers Handy von Marco.
"Schatz, ich war beim Arzt und sie können eine Metastase nicht ausschließen." Danach nur noch Schluchzen und stummes weinen.
Kurzer Blick zu Marco und Paul und die Frage, wie komme ich nach Aschaffenburg und wie am schnellsten. Kurze Überlegung von Marco, unserem Pfadfinder, schließlich befanden wir uns in
der Nähe von Reinheim, und schon reihten wir uns hintereinander, um so schnell wie möglich nach Aschaffenburg zu kommen.
Wären wir nicht schon vorher zwei mal 20min im Wettkampftempo gefahren und dabei sogar den Anstieg nach Ötzberg hoch, hätten wir natürlich noch
bessere Beine gehabt. Aber es reichte auch so und wir waren innnerhalb kürzester Zeit bei Großostheim angekommen, wo wir uns trennten und ich alleine nach Hause fuhr.
Zuhause angekommen mußte ich meine Frau erst einmal stabilisieren. Als nächstes organisierte ich für 16:00 Uhr einen Termin im Brustzentrum im Aschaffenburger Klinikum und erledige
alle Formalitäten die man für eine Einweisung benötigte.
Wie auf Kohlen sitzend, warteten wir die Stunden ab, bis wir endlich unseren Termin wahrnehmen konnten. Pünktlich um 16:00 Uhr waren wir in der Gynäkologischen Ambulanz und schon nach 10min waren
wir bei unserer Lieblingsärztin, bei der sich meine Frau so sicher fühlt wie bei sonst keinem. Kurze bange Blicke und zögerliche Fragen und schon kam die Entwarnung, Metastase ausgeschlossen, am
wahrscheinlichsen ein abgekapseltes Hämatom, das man, besser gesagt sie im Auge behalten und alle zwei Wochen kontrollieren wird.
Wie auf "Wolke sieben" schwebten wir aus dem Klinikum, eine Schlacht gewonnen. Aber man braucht solch eine Aufregung wirklich nicht. Mein Körper entspannt sich zusehends und ich
merkte jetzt erst, wie angespannt ich die ganze Zeit gewesen war.
Um meine körperliche Mitte wieder zu finden, stieg ich am Abend erneut aufs Rad und rollte noch einmal nach Klingenberg um zu spüren wie schön das Leben doch
sein kann.
Keep on dreaming.
von hubertuswiedermann
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Wie ich berichtete, fuhren Marco und ich am 17.04. mit unseren Rädern nach Walldürn um eine relativ flache Grundlageneinheit zu bewältigen. Ungläubig der
vorgefunden Bedingungen, vor allem oberhalb von Miltenberg, war ich froh, einen Beweis in den lokalen Zeitungen gefunden zu haben, um nicht meine eigenen Erlebnisse anzuzweifeln.
von hubertuswiedermann
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Hoch Marco beschert uns Triathleten und Radfahrern endlich das Wetter, auf das wir seit Weih-nachten so sehnsüchtig gewartet habe. Temperaturen über 20° Grad
und das schon ab 10:00 Uhr, azurblauer Himmel mit kleinen Schönwetterwolken, trockener sauberer Asphalt, sonnengelbe Rapsfelder, fettgrüne Wiesen mit weißen Gänseblumentupfer, strahlende
Gesichter mit luftiger Sommerbekleidung und eine stets steife Brise, die einem das Grundlagentraining so schwer wie möglich erscheinen läßt.
So gab es auch heute wieder eine 4h Radeinheit die mich, leider ohne Begleitung, bis nach Amor-bach hinaustrieb um danach über Vielbrunn zurück nach
Aschaffenburg zu fahren.
Bei Niedernberg angekommen hatte ich noch genügend Zeit, um eine zusätzliche Schleife über Großostheim nach Wenigumstadt anzuhängen.
Ich bin gespannt, wie viele Kilometer ich in dieser Trainingswoche auf dem Rad überleben kann, erwartet mich doch morgen schon wieder so eine schöne Trainingseinheit mit dem
Namen WSA (Wettkampfspezifische Ausdauer).
Am Nachmittag konnte ich meine Frau dazu überreden, mich bei meiner ersten Schwimmeinheit im Stadtbad zu begleiten. Auf den erste Bahnen war die Kälte noch etwas ungewohnt, da ich noch
kein Neoprenanzug besitzte. Aber nach ca. 800m hatte sich mein Körper auf die neuen Umstände eingestellt und ich konnte die 2000m geschmeidig zu Ende schwimmen.
Keep on training.
von hubertuswiedermann
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