Sonntag, 11. mai 2008

Ein Sonntag. für viele von uns ein Raceday, für mich wie schon seit vielen Wochen ein Belastungs-test mit Marco, dem sich heute Paul anschloß und somit liefen wir als "Die Drei von der Tankstelle", "Die Drei Musketiere" oder einfach nur "Ein flotter Dreier".

Wie flott wir, insbesondere ich, sein würden, ließ sich nach meiner Radbelastungswoche (700km) und meinem obligatorischen Nachtdienst vom Freitag, dem ich natürlich keinen Schlaf folgen ließ, somit fehlte mir ein ganzer Schlafrhythmus, schwer vorraussagen, zudem waren heute Marcos Wetterbedingungen, trocken und heiß.
Paul war schwer einzuschätzen, da er wie einer Sphynx ähnlich, keinerlei Schwächen signalisiert, und immer wie frisch aus dem Ei gepellt am Schwellenbereich herum experimentiert, wie Marco und ich diese Woche bei einigen unserer Radausfahrten zu spüren bekamen (Respekt), es konnte also spannend werden, wie gesagt Sonntag ist Raceday.


 


Zum Abschluß unserer Vorbereitung auf den Ironman in Lanzarote, an dem Marco und Paul teilnehmen werden, stand wieder einer unserer geliebten langen Dauerläufe mit Tempointervallen auf dem Programm.
Diese Einheiten gehörten zu unseren letzten zehn Wochenenden, wie für andere das an jedem Wochenende anstehende Straßenkehren, wer es nicht glauben mag, soll einmal am Samstag Nachmittag über die Dörfer fahren und die zählen, die es für immens wichtig halten die Straße zu kehren.
Nüchtern erklärt wollten wir 3x5km im angestrebten 4:00min Tempo mit je drei Kilometer ein- bzw. auslaufen und je zwei Kilometer Pause zwischen den 5km Abschnitten laufen, insgesamt 25km, also rund 5-8km kürzer als die vorherigen Sonntagsläufe, man merkt, daß der Wettkampftermin näher rückt und die Regeneration mit berücksichtigt wird.

Der erste Kilometer war in herrlichen 4:58min, wußte gar nicht mehr wie sich dieses Tempo anfühlt, wenn Marco an meiner Seite oder vor mir herläuft. Die nächsten liefen wir in 4:20min, also wie gewöhnlich, so spürt man den Einstieg in den ersten Tempoabschnitt nicht so stark, will sagen der Muskel erschrickt sich nicht.
Meine Beine würden sich nach diesem Montag eh durch nichts mehr erschrecken lassen. Von Paul war nichts zu hören, zu sehen auch nicht, wie gesagt eine Sphynx.

Manfred, unsere treue Begleitung auf dem Rad, ließ sein spärliches Kommando "Let´s go" ertönen und schon erhöhten wir die Schlagzahl, bis uns Manfred signalisierte, daß unser Tempo der angestrebten Zeit entspräche und wir uns im Soll befinden würden. Das erste 5km Tempointervall geht ausschließlich bergan, vor allem am neuen Aschaffenburger Wasserwerk ist die Steigung deutlich in den Beinen zu spüren, vor allem wenn einem wie mir nach so einer Woche die eine oder andere Speiche seines Vorderrades im Oberschenkel steckt.
Trotzdem gelang es uns, zusätzlich zu der Verbindung "Langer Lauf" und "Tempointervalle" meine Lieblingsvariante, die der Progression mit zu integrieren. Folgende Kilometerabschnitte liefen wir in 4:03-4:02-3:55-3:49-3:48min, ein perfektes Tempointervall. Paul war wie eine Sphynx, lautlos, ich fühlte mich noch sehr gut und Marco hatte, glaube ich, noch nicht einmal eine Pulserhöhung auf seiner Polaruhr zu vermerken gehabt.

Nachher gehts weiter, jetzt ist erst einmal Muttertag.

So weiter gehts. Die Pause von 2km gönnten wir uns in 4:30min/km. Danach folgten die zweiten schnellen 5km die uns in 4:00-3:58-3:50-3:46-3:44min in bester Progression gelangen. Paul versuchte seinen Sphynxhabitus bei zu behalten, was ihn durch einen etwas früheren Wendepunkt perfekt gelang.
Das der letzte schnelle Kilometer am alten Kieswerk beim Niedernberger See mit einer Steigung versehen ist, signalisierten mir meine Beine, spätestens während unserer zweiten 2km Pause die mit 4:35min/km nur geringfügig lansamer verlief als die erste, wie hart der letzte Tempoabschnitt werden würde, und sie sollten Recht behalten.

Den ersten schnellen Kilometer unseres dritten Belastungsabschnitts geriet gleich mal mit 3:50min viel zu schnell für mich und ich lies schnell ein bis zwei Meter Abstand zwischen Marco und mir, Paul hielt sich bedeckt im Hintergrund. 
Aus den wenigen Metern wuchsen nach nur drei Kilometer rasch ein Abstand von 100m, wobei meine nächsten Kilometer mit 3:55min und 3:50min ziemlich konstant geblieben sind. Marco lief jeden Kilometer 5sek schneller, also 3:45 min bzw. 3:40min.
Auf den beiden letzten Kilometern mit leichtem Anstieg zum Nilkheimer Tennisclub schaffte Marco nochmal seine Splits auf 3:35min bzw. 3.30min zu drücken, also komplett außer Sichtweite. Lanzarote, er wird kommen. Ich hielt mich bei meinen letzten 2km tapfer auf knapp unter 3:50min/km und war total breit als ich auf Marco traf, der schon wieder völlig regeneriert zum Fotoshooting bereit stand.
Paul hielt tapfer unsere Vorgabe von 4:00min/km bei und kam lautlos, wie aus dem Nichts, Sphynxs like und somit natürlich auch aufs Foto. Auch für ihn gilt das Motto, Lanzarote und alle Pros der Welt, ich komme. 

Hier ein kleiner Beweis  meines Mottos "No Body - No Pain - No Limit".


Übrigens gibts hevorragende Neuerungen auf unserer Vereinshomepage http://www.triathlon.sskc.de/index.php?option=com_frontpage&Itemid=1, die von Paul eigerichtet und gestylt ist. Tolle Bilder, auch von diesem Lauf und interessante Berichte anderer Sportler.

Keep on looking.

von hubertuswiedermann
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