Donnerstag, 8. mai 2008

Metastase, aus dem griechischen bedeutet Veränderung oder Wanderung. Beides auf den ersten Blick relativ harmlose Dinge, doch im speziellen kann es für die betreffenden Personen ein Keulenschlag bedeuten, von dem man sich so leicht nicht erholt.

So geschehen heute bei meiner Frau, als sie routinemäßig bei ihrem Internisten einen Termin wahrnahm, um zwischen den einzelnen Chemozyklen ihre Blutwerte testen zu lassen. Eine unklare derbe Schwellung unterhalb der linken Achsel an der Oberarminnenseite ließen allen Spekulationen
 freien Lauf und bei meiner Frau waren alle Alarmsignale angesprungen.

Abklärung hatte oberste Priorität und so erhielt ich den Anruf meiner Frau übers Handy von Marco.
"Schatz, ich war beim Arzt und sie können eine Metastase nicht ausschließen." Danach nur noch Schluchzen und stummes weinen. 

Kurzer Blick zu Marco und Paul und die Frage, wie komme ich nach Aschaffenburg und wie am schnellsten. Kurze Überlegung von Marco, unserem Pfadfinder, schließlich befanden wir uns in der Nähe von Reinheim, und schon reihten wir uns hintereinander, um so schnell wie möglich nach Aschaffenburg zu kommen.

Wären wir nicht schon vorher zwei mal 20min im Wettkampftempo gefahren und dabei sogar den Anstieg nach Ötzberg hoch, hätten wir natürlich noch bessere Beine gehabt. Aber es reichte auch so und wir waren innnerhalb kürzester Zeit bei Großostheim angekommen, wo wir uns trennten und ich alleine nach Hause fuhr.

Zuhause angekommen mußte ich meine Frau erst einmal stabilisieren. Als nächstes organisierte ich für 16:00 Uhr einen Termin im Brustzentrum im Aschaffenburger Klinikum und erledige alle Formalitäten die man für eine Einweisung benötigte.

Wie auf Kohlen sitzend, warteten wir die Stunden ab, bis wir endlich unseren Termin wahrnehmen konnten. Pünktlich um 16:00 Uhr waren wir in der Gynäkologischen Ambulanz und schon nach 10min waren wir bei unserer Lieblingsärztin, bei der sich meine Frau so sicher fühlt wie bei sonst keinem. Kurze bange Blicke und zögerliche Fragen und schon kam die Entwarnung, Metastase ausgeschlossen, am wahrscheinlichsen ein abgekapseltes Hämatom, das man, besser gesagt sie im Auge behalten und alle zwei Wochen kontrollieren wird.

Wie auf "Wolke sieben" schwebten wir aus dem Klinikum, eine Schlacht gewonnen. Aber man braucht solch eine Aufregung wirklich nicht. Mein Körper entspannt sich zusehends und ich merkte jetzt erst, wie angespannt ich die ganze Zeit gewesen war.




Um meine körperliche Mitte wieder zu finden, stieg ich am Abend erneut aufs Rad und rollte noch einmal nach Klingenberg um zu spüren wie schön das Leben doch sein kann.

Keep on dreaming.
von hubertuswiedermann
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